Learning Together: Hautpflege-Tipps während Allergiezeit

 
 

Was passiert mit unserer Haut während der Pollensaison?

Jedes Jahr im Frühling beginnt für viele Menschen die Allergiezeit. Während meist über Symptome wie Niesen, juckende Augen oder eine verstopfte Nase gesprochen wird, bleibt ein Bereich oft unbeachtet: die Haut.

Doch gerade sie reagiert während der Pollensaison häufig empfindlicher. Viele Menschen berichten über:

  • verstärkte Rötungen

  • Juckreiz

  • eine erhöhte Sensibilität

  • trockene oder gereizte Haut

Warum das so ist und welche Rolle Hautpflege dabei spielen kann, schauen wir uns aus kosmetikwissenschaftlicher Sicht genauer an.

Let’s learn together.

Was passiert bei einer Allergie im Körper?

Allergien entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Pollen

  • Hausstaubmilben

  • Tierhaare

  • bestimmte Lebensmittel

Beim ersten Kontakt bildet der Körper IgE-Antikörper gegen das Allergen. Kommt es erneut zum Kontakt, werden Mastzellen aktiviert, die Histamin freisetzen.

Histamin ist der Stoff, der typische Allergiesymptome verursacht:

  • Juckreiz

  • Schwellung

  • Rötung

  • erhöhte Durchblutung

  • Entzündungsreaktionen

Diese Prozesse betreffen nicht nur die Schleimhäute - auch die Haut kann reagieren.

Warum reagiert die Haut während der Allergiezeit empfindlicher?

Während der Pollensaison kommen mehrere Faktoren zusammen.

1. Entzündungsreaktionen im Körper

Bei allergischen Reaktionen werden proinflammatorische Mediatoren freigesetzt. Diese können:

  • die Hautdurchblutung erhöhen

  • die Reizempfindlichkeit steigern

  • bestehende Hauterkrankungen verschlechtern

Besonders betroffen sind Menschen mit:

  • Rosacea

  • Neurodermitis

  • sensibler Haut

2. Belastung durch Umweltallergene

Pollen können sich direkt auf der Haut ablagern.

Besonders betroffen sind:

  • Gesicht

  • Augenpartie

  • Hals

  • Haaransatz

Diese Allergene können:

  • Juckreiz auslösen

  • Entzündungsprozesse verstärken

  • die Hautbarriere zusätzlich belasten

3. Geschwächte Hautbarriere

Eine stabile Hautbarriere schützt normalerweise vor äußeren Reizen.

Bei vielen Menschen mit Allergien ist diese Barriere jedoch bereits gestört oder empfindlicher. Dadurch können:

  • Irritationen leichter entstehen

  • Allergene leichter in Kontakt mit der Haut kommen

  • Pflegeprodukte stärker wahrgenommen werden

Welche Rolle spielt Hautpflege während der Allergiezeit?

Hautpflege kann Allergien nicht heilen. Sie kann jedoch helfen:

  • die Hautbarriere zu stabilisieren

  • Reizungen zu reduzieren

  • den Kontakt mit Allergenen zu minimieren

Gerade während der Pollensaison kann es sinnvoll sein, die Routine etwas anzupassen.

1. Sanfte Reinigung

Während der Allergiezeit kann eine gründliche, aber milde Reinigung besonders wichtig sein.

Sie hilft dabei:

  • Pollen

  • Umweltpartikel

  • Schweiß

  • Talg

von der Haut zu entfernen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • milde Tensidsysteme

  • pH-hautneutrale Formulierungen

Sehr aggressive Reinigungsprodukte oder Seifen können die Hautbarriere zusätzlich belasten.

2. Unterstützung der Hautbarriere

Eine gut funktionierende Hautbarriere kann helfen, Reizungen zu reduzieren.

In Formulierungen können dafür beispielsweise eingesetzt werden:

Barrierestärkende Inhaltsstoffe

  • Ceramide

  • Cholesterol

  • freie Fettsäuren

Feuchthaltemittel

  • Glycerin

  • Urea

  • Sodium PCA

  • Panthenol

Diese Stoffe unterstützen die Hydratation der Haut und können zur Stabilisierung der Barriere beitragen.

3. Beruhigende Inhaltsstoffe

Während der Allergiezeit berichten viele Menschen über:

  • Juckreiz

  • Brennen

  • Rötungen

Bestimmte Inhaltsstoffe können dabei helfen, die Haut zu beruhigen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Panthenol

  • Allantoin

  • Ectoin

  • Beta-Glucan

  • Madecassoside

  • 4-t-Butylcyclohexanol

Letzterer Wirkstoff wirkt beispielsweise über eine Modulation des TRPV1-Rezeptors, der an der Wahrnehmung von Brennen beteiligt ist.

4. Sonnenschutz nicht vergessen

Auch während der Allergiezeit bleibt UV-Strahlung ein wichtiger Faktor für Hautschäden.

Viele Menschen greifen während allergischer Phasen allerdings seltener zu Sonnenschutz, weil ihre Haut empfindlicher reagiert.

Hier kann es helfen:

  • auf milde Formulierungen zu achten

  • Duftstoffe zu reduzieren

5. Augenpartie besonders beachten

Die Augenpartie ist während der Allergiezeit besonders empfindlich.

Viele Menschen reiben sich häufiger die Augen, was zusätzlich zu:

  • Rötungen

  • Schwellungen

  • Hautirritationen

führen kann.

Sanfte Augenpflegeprodukte mit beruhigenden Inhaltsstoffen können hier unterstützend wirken.

Können Kosmetika Allergien auslösen?

Kosmetika können in einigen Fällen selbst Kontaktallergien auslösen.

Typische Auslöser sind beispielsweise:

  • Duftstoffe

  • bestimmte Konservierungsstoffe

  • ätherische Öle

Während der Allergiezeit kann es sinnvoll sein, auf:

  • milde Formulierungen

  • duftstofffreie Produkte

  • minimalistische Routinen

zu achten.

Was du dir aus dieser Learning Together Serie mitnehemn Kannst:

Während der Pollensaison reagiert die Haut vieler Menschen empfindlicher. Das liegt an einer Kombination aus:

  • immunologischen Reaktionen

  • Umweltallergenen

  • einer möglicherweise geschwächten Hautbarriere

Eine angepasste Hautpflege kann helfen:

  • die Hautbarriere zu stabilisieren

  • Reizungen zu reduzieren

  • potenzielle Allergene von der Haut zu entfernen

Wichtig ist jedoch: Kosmetika können Allergien nicht behandeln. Bei starken Beschwerden sollte immer eine dermatologische oder allergologische Abklärung erfolgen.

Worauf du den Fokus legen kannst:

Während der Allergiezeit lohnt es sich besonders, die Hautpflege etwas zu vereinfachen:

  • milde Reinigung

  • barrierestärkende Pflege

  • beruhigende Inhaltsstoffe

  • zuverlässiger UV-Schutz

Oft ist weniger hier tatsächlich mehr.

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