Learning Together: Was du wirklich über Hautkrebs wissen solltest
Der Mai steht weltweit im Zeichen des Skin Cancer Awareness Month. Eine wichtige Erinnerung daran, wie zentral Prävention, Früherkennung und Aufklärung sind, denn obwohl Hautkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit zählt, gehört er gleichzeitig auch zu den am besten vermeidbaren Formen, vorausgesetzt, man versteht, worauf es ankommt, kennt die zugrunde liegenden Mechanismen und trifft informierte Entscheidungen im Alltag.
Unsere Haut ist täglich verschiedensten Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, wobei insbesondere die ultraviolette Strahlung der Sonne eine zentrale Rolle spielt, da sie in der Lage ist, tief in die Haut einzudringen und dort auf zellulärer Ebene Prozesse auszulösen, die langfristig zu strukturellen Schäden führen können, angefangen bei oxidativem Stress über Entzündungsreaktionen bis hin zu direkten DNA-Schäden, die (wenn sie nicht ausreichend repariert werden) die Entstehung von Hautkrebs begünstigen können.
In dieser Learning Together Serie schauen wir uns deshalb gemeinsam an, welche Formen von Hautkrebs es gibt, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen, wie Sonnenschutz wirklich funktioniert und wie du deine Haut selbst regelmäßig kontrollieren kannst.
Let’s learn together.
Was passiert eigentlich bei der Entstehung von Hautkrebs?
Hautkrebs entsteht nicht plötzlich, sondern ist das Ergebnis eines oft jahrelangen, kumulativen Prozesses, bei dem wiederholte UV-Exposition dazu führt, dass sich Schäden in der DNA von Hautzellen ansammeln, wodurch die natürliche Zellteilung und -regulation gestört werden kann, was letztlich dazu führt, dass sich einzelne Zellen unkontrolliert vermehren und Tumore bilden.
Besonders relevant ist dabei, dass UV-Strahlung nicht nur direkt die DNA schädigen kann, sondern auch die Bildung von sogenannten reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) fördert, die zusätzlich oxidativen Stress verursachen, die Hautbarriere schwächen und entzündliche Prozesse verstärken können, wodurch ein Umfeld entsteht, das die Entstehung von Zellveränderungen weiter begünstigt.
Welche Formen von Hautkrebs gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem sogenannten hellen Hautkrebs und dem schwarzen Hautkrebs, die sich sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrem Verlauf deutlich unterscheiden.
Zum hellen Hautkrebs zählen unter anderem das Basalzellkarzinom sowie das Plattenepithelkarzinom, wobei insbesondere das Basalzellkarzinom als die häufigste Form gilt und sich typischerweise langsam entwickelt, selten metastasiert, jedoch unbehandelt lokal zerstörerisch wachsen kann, während das Plattenepithelkarzinom ein etwas höheres Risiko für Metastasen aufweist, insbesondere wenn es spät erkannt wird, wobei beide Formen häufig durch eine langfristige, kumulative UV-Belastung entstehen und daher bevorzugt an Hautstellen auftreten, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind.
Deutlich aggressiver verhält sich hingegen das Malignes Melanom, das zwar seltener vorkommt, jedoch ein wesentlich höheres Risiko birgt, frühzeitig Metastasen zu bilden, weshalb die Früherkennung hier eine besonders entscheidende Rolle spielt, zumal es sich sowohl aus bestehenden Muttermalen entwickeln kann als auch auf zuvor unauffälliger Haut entstehen kann.
Risikofaktoren: Warum Hautkrebs eine multifaktorielle Erkrankung ist
Die Entstehung von Hautkrebs lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren, sondern ist vielmehr das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Einflüsse, weshalb man hier von einer multifaktoriellen Erkrankung spricht, bei der sowohl Umweltfaktoren als auch genetische Voraussetzungen eine Rolle spielen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen wiederholte und ungeschützte UV-Exposition, Sonnenbrände ( insbesondere in der Kindheit), ein heller Hauttyp mit geringer natürlicher Pigmentierung, genetische Veranlagung, eine hohe Anzahl an Muttermalen oder atypischen Nävi sowie ein geschwächtes Immunsystem, wobei besonders hervorzuheben ist, dass nicht nur akute Schäden wie Sonnenbrände relevant sind, sondern vor allem die langfristige, kumulative Belastung durch UV-Strahlung, die im Alltag oft unterschätzt wird.
Prävention: Mehr als nur Sonnenschutz
Wenn es um Hautkrebsprävention geht, wird häufig primär an Sonnenschutzmittel gedacht, was zwar ein zentraler Bestandteil ist, jedoch nur einen Teil eines umfassenden Schutzkonzepts darstellt, da ein effektiver Umgang mit UV-Strahlung immer mehrere Ebenen gleichzeitig umfasst, darunter das Meiden intensiver Mittagssonne, das Tragen schützender Kleidung, Sonnenbrillen und Hüte sowie das bewusste Aufsuchen von Schatten.
Ergänzend dazu spielt die regelmäßige und ausreichende Anwendung von Sonnenschutzmitteln eine entscheidende Rolle, wobei ebenso wichtig ist, den Schutz im Laufe des Tages aufrechtzuerhalten, da er durch äußere Einflüsse wie Schwitzen, Reibung oder Wasserkontakt nachlassen kann, weshalb Sonnenschutz insbesondere nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen konsequent erneut aufgetragen werden sollte.
Früherkennung: Die ABCDE-Regel verstehen und anwenden
Ein zentraler Bestandteil der Hautkrebsprävention ist die Früherkennung, denn je früher auffällige Hautveränderungen erkannt werden, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten und Prognosen, weshalb die regelmäßige Selbstbeobachtung der eigenen Haut eine wichtige Rolle spielt.
Eine einfache, aber effektive Methode zur Selbstkontrolle ist die sogenannte ABCDE-Regel, die dabei hilft, Muttermale systematisch zu beurteilen:
A – Asymmetrie: Wenn ein Muttermal keine gleichmäßige Form hat und eine Hälfte deutlich anders aussieht als die andere, kann dies ein Warnsignal sein.
B – Begrenzung: Unregelmäßige, unscharfe oder ausgefranste Ränder sollten genauer beobachtet werden.
C – Color (Farbe): Unterschiedliche Farbtöne innerhalb eines Mals können auffällig sein.
D – Durchmesser: Ein Durchmesser von mehr als etwa 5 bis 6 Millimetern kann ein Hinweis sein, wobei auch kleinere Veränderungen relevant sein können.
E – Erhabenheit: Hebt sich das Muttermal tastbar von der Haut ab oder verändert sich in seiner Struktur, kann dies ein wichtiges Warnsignal sein, ebenso gilt jede Veränderung in Größe, Form, Farbe oder Symptomatik als besonders relevant und sollte ernst genommen werden.
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
Grundsätzlich gilt, dass jede Hautveränderung, die neu auftritt, sich verändert oder sich deutlich von anderen Muttermalen unterscheidet, dermatologisch abgeklärt werden sollte, da eine professionelle Untersuchung mittels Dermatoskopie eine deutlich genauere Beurteilung ermöglicht als die reine Selbstbeobachtung, wobei regelmäßige Hautkrebsscreenings insbesondere für Personen mit erhöhtem Risiko sinnvoll sind.
Was du dir aus dieser Learning Together Serie mitnehmen kannst:
Der Skin Cancer Awareness Month sollte nicht dazu führen, Angst vor der Sonne zu entwickeln, sondern vielmehr ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig ein informierter und verantwortungsvoller Umgang mit UV-Strahlung ist, denn es geht nicht darum, Sonne komplett zu vermeiden, sondern darum, die Haut zu schützen, Risiken zu verstehen und präventiv zu handeln, ohne dabei in Unsicherheit oder Überforderung zu verfallen.
Ein wichtiger Bestandteil davon ist auch die regelmäßige Selbstbeobachtung der Haut, wobei dir die ABCDE-Regel als einfache Orientierung dienen kann, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ein besseres Gefühl für deine eigene Haut zu entwickeln.